Über die Autorin, Maja Göpel (*1976 in Bielefeld)

Maja Göpel ist Politökonomin, Transformationsforscherin, Nachhaltigkeitsexpertin sowie Gesellschaftswissenschaftlerin mit Schwerpunkt auf transdisziplinärem Denken. 2001 diplomierte sie als Medienwirtin an der Universität Siegen und wurde 2007 an den Universitäten Hamburg und Kassel in politischer Ökonomie (Dr. rer. pol.) promoviert. In ihrer von Christoph Scherrer und Ulrich Brand begutachteten Arbeit befasste sie sich mit institutionalistischen Theorien und hegemonialen Praktiken globaler Politikgestaltung und den Prämissen liberaler demokratischer nationalstaatlicher Ordnungen. Sie hat zu den Themen Globalisierung und Nachhaltigkeit, nachhaltige Entwicklung sowie Generationengerechtigkeit, u. a. ehrenamtlich im Arbeitskreis Internationales des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gearbeitet.
Ab 2006 war sie für den World Future Council erst als Campaign Manager Climate Energy in Hamburg tätig und ab 2008 bis 2012 als Direktorin Zukunftsgerechtigkeit im Brüsseler Büro. In der Zeit entstand auch der Future Policy Award und die 2018 eingestellte Arbeit zu Governance Innovationen für die Interessen zukünftiger Generationen. Von Februar 2013 bis September 2017 war sie Leiterin des Berliner Büros des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie und fokussierte ihre Arbeit auf das Feld Nachhaltigkeitstransformationen. Während dieser Zeit arbeitete sie auch als Gastwissenschaftlerin an der Leuphana.
2016 veröffentlichte sie das Buch 'The Great Mindshift', das auf Forschung zu Systemtransformationen, politischer Ökonomie und Veränderungsmanagement beruht und in dessen Zentrum Vorschläge zur Veränderung der Mindsets (Mentalität) und Kompetenzen stehen, die technische, ökonomische und gesellschaftliche Institutionen prägen. In verschiedenen Projekten sind diese Ideen in Trainings überführt worden. Vom 1. September 2017 bis 31. Oktober 2020 war sie Generalsekretärin des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU). Dadurch war sie Mitglied des Fachausschusses Wissenschaft der Dt. UNESCO-Kommission. Gemeinsam mit anderen Wissenschaftlern stellte sie im März 2019 die zur Unterstützung der Schülerproteste 'Fridays for Future' gegründete Initiative 'Scientists for Future' in vor. Von November 2020 bis Juli 2021 war sie wissenschaftliche Direktorin der 2020 in Hamburg gegründeten Denkfabrik 'The New Institute'. Im Ökonomenranking der FAZ belegte sie 2021 den 17. Platz.
Maja Göpel lebt mit ihrer Familie in Werder (Havel).

Forschung zu nachhaltiger Transformation

Für die Transformation zu einer nachhaltigen Gesellschaft arbeitet Maja Göpel aus einem evolutionären Verständnis von Ökonomie und Gesellschaft, wodurch Kenngrößen wie Wertschöpfung, Produktivität, Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum kontinuierlich neu zu denken, zu messen und zu organisieren sind, je nach Veränderung der aktuellen Rahmenbedingungen. Heute, zu Beginn des Anthropozäns, stehen damit die planetaren Grenzen und Ökosystemdienstleistungen im Fokus und werden zentrale Voraussetzung für zukünftiges individuelles wie gesellschaftliches Wohlbefinden. Letzteres solle explizites Ziel gesellschaftlichen Fortschritts werden. Darüber hinaus sei ein entsprechendes Innovationsverständnis ausschlaggebend und Zukunftsbildung oder Transform-Abilität (Transformative Literacy), die Betroffene zu Akteuren von Veränderungsprozessen macht.
Zentrale Punkte ihrer Gedanken zu nachhaltigem Wirtschaften und sozial gerechten Gesellschaften sind: Wachstum nicht als absoluter Zweck, sondern als ein Mittel und entsprechende Korrektur der volkswirtschaftlichen und betrieblichen Gesamtrechnung und Bilanzierung; strategischer Umgang mit und zügige Regeneration von natürlichen und endlichen Ressourcen und entsprechende Anerkennung maximaler Nutzungsbudgets; eine Anpassung des Steuersystems, sodass Ressourcenverbrauch belastet und zirkuläre Wertschöpfung begünstigt wird, sodass produktive Arbeit entlastet und bisher unbezahlte Sorge-Arbeit anerkannt wird; die Beendigung von Steuerprivilegien für Finanzkapital, hohe Vermögen und Einkommen, die Rent-Seeking begünstigen; systemische Innovationsstrategien, die sich um Politikkohärenz über Sektoren und Ressorts aus einer langfristigen Perspektive bemühen.

Bücher von Maja Göpel

  1. 'The Great Mindshift: How a New Economic Paradigm and Sustainability Transformations go Hand in Hand (The Anthropocene: Politics. Economics. Society. Science Book 2)' (2016);
  2. 'Unsere Welt neu denken: Eine Einladung' (2020, mit Marcus Jauer);
  3. 'Pandemie und Klima. Ein Gespräch über eine nachhaltige Welt' (2021);
  4. 'Schöpfen und Erschöpfen' (2022, mit Eva von Redecker);
  5. 'Wir können auch anders. Aufbruch in die Welt von morgen' (2022, mit Marcus Jauer);
  6. 'Rethinking Our World: An Invitation to Rescue Our Future' (coming in 2023)

mehr lesen


Die Menschheit befindet sich in einer gewaltigen Transformation. Doch 'Wir können auch anders' von Maja Göpel macht Mut: Auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse verdeutlicht sie, wie wir komplexe Entwicklungen verstehen und dieses Wissen nutzen können.

Auszeichnungen
  • 2019: Adam-Smith-Preis für marktwirtschaftliche Umweltpolitik & ZEIT WISSEN-Preis 'Mut zur Nachhaltigkeit'
    2020: Umwelt- und Nachhaltigkeitspreis des Bundesdeutschen Arbeitskreises für Umweltbewusstes Management
    2021: Erich-Fromm-Preis
    2021: Theodor-Heuss-Preis
    2021: Science Communication-Medaille
    2022: Frauenringsfrau 2022