Daido MORIYAMA

Record No. 41


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"Be that as it may, the fact is that I haven’t been inside a movie theater for almost ten years now.
Not that I don’t like movies. It just so happened that I haven’t seen any. Not even on TV, on DVD, or during flights. It does seem strange even to myself, considering that I spent a lot of time in cinemas, staring at the screen and watching some film or other when I was young.

Back then, Takuma NAKAHIRA was Godard, and I was Fellini.
Either one of us would always invite the other to go and see a movie together, which we did a lot, and I have no idea what it is that has pulled me this far away from movies and theaters.

A while ago, someone asked me to name my favorite movie. I didn’t know what to say. There were of course two or three Japanese, and a couple of foreign movies that had impressed themselves on my memory, but judging by the way that question was asked, that person seemed to expect a slightly different kind of answer, so I ended up sinking into thought. What finally came to mind after an eternity and a half of pondering was David Lynch’s 'Eraserhead.'

So this was the one film that summed up the entire world of cinema for me.
It was ages ago that I watched it, and I only vaguely remembered the story and a few details, but what I did remember well was that it was a 'dark' one.
My impression of the movie was basically that just about everything on the screen, every light and every shadow, was dark. It was so mysterious a “darkness” that it engraved itself on my entrails like an importunate stain. I don’t think I will ever watch it again.

There is absolutely no connection, however, between 'Eraserhead' and the fact that I haven’t seen a single movie for years.
I guess it’s just that, the older I’m getting, the more I’m taken up with roaming the streets and alleys of the city, and it’s that addiction that must be gradually extinguishing other capacities." (© Daido MORIYAMA, foreword's excerpt)

"Wie dem auch sei, Tatsache ist, dass ich seit fast zehn Jahren nicht mehr in einem Kino war. Nicht, dass ich keine Filme mag. Es ist einfach so, dass ich keine gesehen habe. Nicht einmal im Fernsehen, auf DVD oder auf Flügen.
Es kommt mir selbst komisch vor, wenn ich bedenke, dass ich viel Zeit in Kinos verbracht, auf den Bildschirm gestarrt und mir in meiner Jugend den einen oder anderen Film angesehen habe.

Damals war Takuma NAKAHIRA Godard und ich war Fellini.
Einer von uns hat immer den anderen eingeladen, gemeinsam einen Film zu sehen, was wir sehr oft gemacht haben, und ich habe keine Ahnung, was mich so weit von Filmen und Theatern entfernt hat.

Vor einiger Zeit hat mich jemand gebeten, meinen Lieblingsfilm zu nennen. Ich wusste nicht, was ich sagen sollte. Es gab natürlich zwei oder drei japanische und ein paar ausländische Filme, die sich in meinem Gedächtnis eingeprägt hatten, aber nach der Art und Weise, wie diese Frage gestellt wurde, schien diese Person eine etwas andere Antwort zu erwarten, und so ging ich unter in Gedanken. -
Nach gefühlt anderthalb Ewigkeiten des Nachdenkens fiel mir schließlich David Lynchs 'Eraserhead'
ein.

Das war also der eine Film, der für mich die ganze Welt des Kinos zusammenfasste. Ich habe ihn vor Ewigkeiten gesehen und mich nur vage an die Geschichte und ein paar Details erinnert, aber ich erinnerte mich noch gut daran, dass es eine 'dunkle' Geschichte gewesen ist.
Mein Eindruck vom Film war im Grunde, dass fast alles auf dem Bildschirm, jedes Licht und jeder Schatten, dunkel war. Es war eine so mysteriöse 'Dunkelheit', dass sie sich wie ein wichtiger Fleck in meine Eingeweide eingravierte. Ich glaube nicht, dass ich es jemals wieder sehen werde.

Es gibt jedoch absolut keinen Zusammenhang zwischen 'Eraserhead' und der Tatsache, dass ich seit Jahren keinen Film mehr gesehen habe.
Ich denke, je älter ich werde, desto mehr bin ich damit beschäftigt, durch die Straßen und Gassen der Stadt zu streifen, und diese Sucht muss allmählich andere Fähigkeiten auslöschen." (© Daido MORIYAMA, Auszug aus dem Vorwort)