Stefan CANHAM, Gösta Diercks (essay), Hannes WANDERER (Book Design)

Bauwagen / Mobile Squatters


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"In the 1980s people began to use 'Bauwagen' (trailers originally produced to accommodate workers on building sites), circus wagons, lorries and busses to occupy quite often potentially valuable but disused plots of inner city land.

Today (2006) there are around one hundred 'Bauwagen'-sites in German towns and cities, from Flensburg up on the Danish border down to Tuebingen and Munich. There may be as many as ten thousand people living in 'Bauwagen'.

In my photographs I try to understand these improvised but permanent homes as an urban architectural phenomenon. The interior views are all taken from a central point of view: in these pictures you can compare the possible variations within a severely limited set-up (a 'Bauwagen' is an oblong box about two meters wide and between three and ten meters long, with a curved roof). The inhabitants – just as many women as men – are students, apprentices, pupils, musicians, actors, Tai Chi teachers, gardeners, punks, hippies etc., a very heterogeneous group who nevertheless define themselves as a community through their mode of living. Accordingly, the interior designs are extremely varied.
In contrast to the closed and private universes of the interiors, the exteriors are harsh: 'Bauwagen' are alien elements wedged into the city’s structure, improvised out of rundown vehicles, wooden beams and beautiful window-frames scavenged from demolished buildings, metal sheeting, styrofoam, tar, and just plain debris. Since they lack cellar and attic, the outside is used
as storage space.
'Bauwagen' are an architecture without, growing from the inside out, spilling their guts onto the wasteland." (@ Stefan CANHAM, 2006)

Der Fotoband 'Bauwagen / Mobile Squatters' war nach 'Time Out' einer der ersten Fotobücher, die bei peperoni books in Berlin erschien. Mit der Veröffentlichung zeigte Hannes Wanderer, wohin es mit seinem Independent Verlag gehen sollte: exrem gut editierte Fotobände mit interessanten Themen zu einem ordentlichen Preis.

"In seinem Fotobuch dokumentiert der Fotograf Stefan CANHAM die alternative Welt der Unangepassten in ganz Deutschland. Sie leben in umgebauten Bauwagen und wollen so auf eine alternative Weise leben. Drei Jahre arbeitete Stefan CANHAM an diesem Projekt; die Materialfülle zeigt sich in dem sehr dichten Fotoband, der schon länger nur noch als Rarität gehandelt wird." (© Ric ard G. SPORLEDER)

"Er verkörpert den Traum vom unangepassten, freien Leben
und ist Stein des Anstoßes für Politik und Stadtplanung: der bewohnte Bauwagen. Einhundert Bauwagenplätze gibt es derzeit allein in Deutschland, von Flensburg bis runter nach Tübingen leben an die zehntausend Menschen im Wagen. Mit seinen Fotografien legt Stefan CANHAM die erste umfassende Dokumentation dieses nicht mehr zu übersehenden urbanen Phänomens vor.

In streng komponierten, zentralperspektivischen Farbaufnahmen zeigt der Blick ins Innere der Bauwagen den Erfindungseichtum einer alternativen Szene, deren Zusammensetzung äußerst vielfältig ist: hier wohnen Akademiker neben Handwerkern, Schüler neben Tai Chi-Lehrern, Gärtner neben Musikern. Die Einrichtung reicht von der Punk-Höhle bis zur rustikalen rollenden Villa, der Komfort vom Kerzenlicht zum DSL-Anschluss.

Mit ihren Wagen besetzen die Bewohner städtische Brachen und besiedeln sie, bevor diese zu Spekulationsobjekten werden. Im Wechsel vom farbigen Interieur zum graphischen Schwarz-Weiß der Außenaufnahmen erscheint der Bauwagen als Keil im reglementierten Gefüge der Stadt: eine spontane Architektur der ausrangierten Anhänger, mit Holzlatten und Wellblech zusammengezimmert, um ein zweites Stockwerk erhöht und mit Altbaufenstern verziert.

Recycling und Improvisation sind die Devisen dieser anarchischen, kostengünstigen und ebenso kommunalen wie egoistischen Wohnform, die immer wieder für Schlagzeilen sorgt." (Verlagstext, © Hannes WANDERER, 2006)