Sergey MELNITCHENKO

Passengers


€ 32,00
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Sergey MELNITCHENKO tells us his story about a trip thru China.

"....The second hour of our journey at this train. Ahead are another 16 or 17 hours, I dоn’t remember.
Behind us someone has already opened a bottle of Chinese stinky vodka, from which it becomes bad even from the smell, someone is going to pour boiling water to make some noodles. Someone plays a movie that it sounds on the whole car, and someone eats seeds so loudly, that it is simply impossible to hear your own thoughts. In addition, around you can hear a million of dialogs, and you can hear them, because everyone is screaming. At such times, you feel happy that you don’t know Chinese language, because you could go crazy.

We do not have a bed here, so we had to take sitting places. Yes, it’s uncomfortable for us, it’s completely inconvenient to sleep, because the back of the chair is not tilted back, but on you. Legs have to be put on your suitcase, that the knees in this position support the chin. Hot. Very hot. There are twice as many people in the car as it is supposed to be. But this is nothing, many people in this and the nearest wagons do not even have such luxury, they go without seats.

The most interesting thing is that the price of a ticket with a seat and without it is the same. Why does the government, knowing that because of such a large amount of people, they are still willing to take a ticket without a seat and go 10-20-30 hours sitting in the car vestibule or standing, leaning their head on the window and trying to sleep, do not reduce the cost of this kind of ticket? This fact remains unknown.

I take my action camera and go for a walk on the train. Going through a huge number of people, I try to take pictures. Here is the woman sitting right in the aisle, putting her head on her knees, that people have to step over her. And here is the child who was put under the seat, so that he could fall asleep.
In the car vestibule there are about 15 people – somebody is standing, somebody is sitting on the suitcase, and some of them climbed onto the sink near the toilet and is sleeping on it. Everyone smokes, smokes a lot. I’m taking pictures.

Only just when I got into the train, I already knew that it would be a new series of photos, a series about these people. Who are they all and where are they going at such a price? Why don’t they wait for the opportunity to purchase a ticket with a seat and go with comfort? Only God knows. Here such they are - 'passengers'." (Sergey MELNITCHENKO)

Sergey MELNITCHENKOs dritter Fotoband behandelt Umstände und Menschen, wie er sie auf einer Reise in einem chinesischen Zug wahrgenommen hat.
Da es sich bei den (recht grobkörnigen Aufnahmen) zumeist um Portraits handelt, entstand die Idee, die Portraits zumeist schlafender Personen mit fiktiven Dokumenten in Verbindung zu bringen. Das wurde mit eingearbeiteten Plastikseiten versucht, auf die z.B. Plastikführerscheine mit einer rechteckigen Aussparung in Höhe des Portraits abgedruckt sind.
So werden die Namenlosen wenigstens während des Durchblätterns von 'Passengers' durch die Zuweisung einer fiktive Identität aus der Anonymität befreit." © Richard G. Sporleder)

"... Die zweite Stunde unserer Reise, vor mir liegen noch 16 oder 17 Stunden in diesem Zug. Hinter uns hat schon jemand eine Flasche chinesischen stinkenden Wodkas geöffnet, von dem es schon vom Geruch schlecht wird; jemand Anderes ist dabei, sich kochendes Wasser einzuschenken, um darin Nudeln zu garen. Jemand spielt laut einen Film, ein Anderer wiederum kaut Samen so laut, dass es einfach unmöglich ist, den eigenen Gedanken zu folgen. Darüber hinaus sind in der Umgebung eine Million Dialoge hören - Sie können sie hören, weil Alle schreien. In solchen Zeiten ist man glücklich, die chinesische Sprache nicht zu beherrschen, weil es einen verrückt machen könnte.

Wir haben hier kein Bett, also sitzen wir. Ja, es ist unangenehm für uns, es ist zu unbequem im Sitzen zu schlafen, weil die Rückenlehne nicht nach hinten geneigt ist, sondern auf Ihnen. Die Beine müssen so auf den Koffer gelegt werden, dass die Knie in dieser Position das Kinn unterstützen. Heiß. Sehr heiß. Es sind doppelt so viele Menschen, wie es eigentlich sein dürften. Aber das ist noch gar nichts; viele Menschen in diesem Wagen und im folgenden Wagen haben nicht einmal diesen Luxus, sie gehen ohne Sitze aus.

Das Interessanteste ist, dass der Preis eines Tickets mit und ohne Sitzplatz derselbe ist. Menschen sind immer noch bereit sind, ein Ticket ohne Sitzplatz zu nehmen, 10-20-30 Stunden im Vestibül zu sitzen oder zu stehen, ihren Kopf an das Fenster zu lehnen und zu versuchen zu schlafen.

Ich nehme meine Action-Kamera und gehe im Zug spazieren. Wenn ich durch eine große Anzahl von Menschen gehe, versuche ich, Fotos zu machen. Hier ist die Frau, die direkt im Gang sitzt und ihren Kopf auf die Knie legt, dass die Leute über sie treten müssen. Und hier ist das Kind, das unter den Sitz gelegt wurde, damit es schlafen kann. Im Vestibül befinden sich etwa 15 Personen - jemand steht, jemand sitzt auf dem Koffer und einige von ihnen kletterten auf das Waschbecken neben der Toilette und schlafen darauf. Jeder raucht, es wird viel geraucht. Ich mache Fotos.

As ich in den Zug stieg, wusste ich bereits, dass es eine neue Fotoserie geben würde: eine Serie über diese Leute. Wer sind sie alle und wohin gehen sie zu einem solchen Preis? Warum warten sie nicht auf die Gelegenheit, ein Ticket mit einem Sitzplatz zu kaufen, um mit Komfort zu reisen? Das weiß nur der Himmel. Hier jedenfalls sind sie, die 'Passagiere'." (Sergey MELNITCHENKO)