Richard MOSSE (photos, concept, text), Behrouz Boochani (poem), Paul K. Saint-Amour (essay), Judith Butler (essay)

The Castle


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"Richard MOSSE has spent the past few years documenting the ongoing refugee and migration crisis, repurposing military-grade camera technology to confront how governments and societies perceive refugees.
His latest book, 'The Castle' is a meticulous record of refugee camps located across mass migration routes from the Middle East and Central Asia into the European Union via Turkey.

Using a thermal video camera intended for long-range border enforcement, MOSSE films the camps from high elevations to draw attention to the ways in which each interrelates with, or is divorced from, adjacent citizen infrastructure. His source footage is then broken down into hundreds of individual frames, which are digitally overlapped in a grid formation to create composite heat maps.

Truncating time and space, MOSSE’s images speak to the lived experience of refugees indefinitely awaiting asylum and trapped in a Byzantine state of limbo. The book is divided into 28 sites, each presenting an annotated sequence of close-up images that fold out into a panoramic heat map.
Within this format, MOSSE underscores the provisional architecture of the camps and the ways in which each camp is variously marginalised, concealed, regulated, militarized, integrated, and/or dispersed. His images point to the glaring disconnect between the brisk free trade of globalized capitalism and the dehumanizing erosion of international refugee law in European nation-states. Named after Kafka’s 1926 novel, 

`The Castle' prompts questions about the ‘visibility’ of refugees and the erosion of their human rights.

'The Castle' comes with a separate book of texts, including a poem by Behrouz Boochani, the journalist, novelist and Iranian refugee currently held by the Australian government in confinement on Manus island, an essay by Paul K. Saint-Amour, associate Professor of English at the University of Pennsylvania, an essay by philosopher Judith Butler, and a text by Richard MOSSE." (publisher's note)

"Mit seinem Fotoband 'The Castle' setzt sich der irisch-stämmige Fotograf Richard MOSSE ein weiteress Mal mit der Flüchtlingskrise auseinander, die aus meiner Sicht für die 'westliche Welt' auch 2019 ein Riesenthema sein wird, das einen enorme politische Sprengkraft besitzt und dazu geeignet ist, die Gesellschaft zu spalten - vor allem dann, wenn Fakten verschwiegen oder falsch dargestellt werden.
Daher ist 'The Castle' - benannt nach Franz Kafkas Roman - ein wichtiger Beitrag, weil Richard MOSSE dokumentiert und illustriert, was Regierungen verschweigen, um eventuell Wahrnehmung & Wahrheiten zu kontrollieren.
Die Gestaltung des Fotobuchs ist innovativ; wie in 'Incoming' arbeitet MOSSE mit einer Wärmekamera, die üblicherweise hauptsächlich für militärische Zwecke entwickelt wurde und ihm ermöglicht, unentdeckt und aus der Distanz zu fotografieren.
Das Resultat seiner Arbeit - Fotos, Konzept und Fotobuch-Gestaltung - bietet die Möglichkeit der eigenen Wahrnehmung der Verhältnisse, unter denen Migranten entlang der großen Flüchtlingsrouten leben." (@ Richard G. SPORLEDER)

"Richard MOSSE hat in den letzten Jahren die anhaltende Flüchtlings- und Migrationskrise dokumentiert und militärische Kameratechnologie neu eingesetzt, um den Betrachter damit zu konfrontieren, wie Gesellschaft & Regierungen Flüchtlinge wahrnehmen.
Sein neuestes Fotobuch 'The Castle' (benannt nach Kafkas Roman 'Das Schloss' von 1926) ist eine genaue Aufzeichnung von Flüchtlingslagern, die sich entlang der Migrationsrouten aus dem Nahen Osten und Zentralasien über die Türkei in die Europäische Union befinden.

Mit einer thermischen Videokamera, die für die Durchsetzung der Grenzen über große Entfernungen gedacht ist, filmt MOSSE die Lager aus großer Höhe, um auf die Art und Weise aufmerksam zu machen, wie diese mit der Infrastruktur benachbarter Bürger in Verbindung stehen oder eben von dieser getrennt werden.
Sein Ausgangsmaterial wird dann in Hunderte von Einzelbildern unterteilt, die in einer Gitterformation digital überlappt werden, um zusammengesetzte Wärmekarten zu erstellen.

Die Bilder von Richard MOSSE verkörpern Zeit und Raum und sprechen von der gelebten Erfahrung von Flüchtlingen, die auf unbestimmte Zeit auf Asyl warten und in einem byzantinischen Schwebezustand gefangen sind.
'The Castle' ist in 28 Standorte unterteilt, die jeweils eine kommentierte Folge von Nahaufnahmen zeigen, die sich zu einer Panorama-Wärmekarte zusammen setzen.

In diesem Format unterstreicht MOSSE die provisorische Architektur der Lager und die Art und Weise, in der jedes Lager auf unterschiedliche Weise marginalisiert, verborgen, reguliert, militarisiert, integriert und / oder zerstreut wird. Seine Bilder weisen auf die krasse Diskrepanz zwischen dem gelebten Freihandel des globalisierten Kapitalismus und der entmenschlichenden Erosion des internationalen Flüchtlingsrechts in den europäischen Nationalstaaten hin.
'The Castle' wirft Fragen zur 'Sichtbarkeit' von Flüchtlingen und zur Erosion ihrer Menschenrechte auf.

'The Castle' enthält ein separates Buch mit Texten, welches ein Gedicht von Behrouz Boochani, dem Journalisten, Schriftsteller und iranischen Flüchtling, der derzeit von der australischen Regierung in Haft auf der Insel Manus festgehalten wird, enthält sowie einen Essay von Paul K. Saint-Amour, Professor für Englische Literatur an der University of Pennsylvania, und einem weiteren Essay der Philosophin Judith Butler und ein Text von Richard MOSSE." (freie Übersetzung des Verlagstextes)