Yann Wang PRESTON, Zelda Cheatle (text), Nadine Barth (text), Julia WAGNER, grafikanstalt (Book Design)

Forest


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1st Prize of Syngenta Photography Award in 2017

"On the trail of tree migration. Planting trees, you put down roots. And what about those who dig them up? In 2013, during a long-term photography project along the Yangtze river, Yan Wang PRESTON (*1976) made an incisive observation: in the small village of Xialiu stood an over three-hundred-year-old tree in all of its glory, right in the center of a community that was, at the time of Yan’s visit, being coerced into moving so that a dam could be built in that location.
Three months later, no trace of the village or the tree could be seen. The residents had moved up the mountain. And the seventy-ton tree? It was sold for ten thousand American dollars to a hotel in the nearest large city, Binchuan. Yan found the tree, divested of all its branches and leaves and bandaged in plastic, inside the skeleton of the hotel, which was still under construction—like a living sculpture that has yet to become cognizant of its new surroundings.

In China, the country where cities are springing up, transplanting nature is big business. In the photo series Forest Yan tracks down many uprooted creatures that are now in concrete deserts, once again questioning our sense of the meaning of homeland." (publisher#s note)

1. Preis: Syngenta Photography Award, 2017

"Wer Bäume pflanzt, der wurzelt. Und wer Bäume umpflanzt?
Yan Wang PRESTON (*1976) machte 2013 während eines Langzeitfoto-Projektes entlang des Jangtsekiang eine einschneidende Beobachtung: Im kleinen Dorf Xialiu stand ein über 300 Jahre alter Baum in voller Pracht, mitten im Leben einer Dorfgemeinschaft, die zum Zeitpunkt von Yans Besuch dazu angehalten wurde, für den Bau eines Staudamms umzusiedeln.
Drei Monate später war von Dorf und Baum nichts mehr zu sehen. Die Bewohner siedelten an den Berg. Und der 70 Tonnen schwere Baum? Er wurde für 10,000 US-Dollar an ein Hotel in der nächst größeren Stadt Binchuan verkauft.
Seiner Äste und Blätter komplett entledigt, in Plastik bandagiert, fand ihn Yan an dem tatsächlich noch im Rohbau stehenden Hotel vor – wie eine lebendige Skulptur, die sich ihrer neuen Umgebung erst gewahr werden sollte.

In China, dem Land, in dem die Städte in die Höhe sprießen, boomt das Transplantationsgeschäft mit der Natur.

'Der Baum kann als Metapher der Migration gesehen werden. [...] Chongqing, wo Preston über viele Jahre hinweg fotografierte, verzeichnet eine stetig wachsende Population von aktuell dreißig Millionen Menschen. In ihrem Prozess der Migration teilen Menschen und Bäume dasselbe Trauma, ihr gewohntes Land und Leben, welches mit der Natur im Einklang stand, hinter sich zu lassen. Zugleich bedeutet neues Leben allerdings auch neue Möglichkeiten', so Kuratorin Zelda Cheatle im Vorwort des Bildbandes.

In der Fotoserie 'Forest' spürt PRESTON viele weitere entwurzelte Kreaturen inmitten der Betonwüsten auf und hinterfragt unser Gefühl von Heimat nochmals neu." (Verlagstext)