Claude DITYVON, Christian Caujolle (text), François Cheval (text)

Mai 68 – État des Lieux - AS BACKLIST ORDER!


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"Claude DITYVON taps into and shares an atmosphere, a state of mind, and a sense of freedom which perfectly suits him. He is interested in the signs, the graffiti, the commotion, the faces drawn tight in the exchange of ideas, the overflowing of words.
He who says 'The street was speaking. Me, I speak. And watching is just another way of speaking' found, without apparent effort, with unparalleled fluidity in his remit because he was not looking to make any one point, a sort of urban poetry in these intense clashes. He could not help but feel affected by this enormous longing for freedom which was so close to his own dreams.

Thus, 'May 1968' by Claude DITYVON is anything but a simple report. It could be described as a chronicle, in the true meaning of the word, or a diary, almost a notebook, as if he had stumbled upon a troubled Paris and taken a trip through it. No symbolic imagery, nothing designed to accompany headlines in newspapers of magazines, no desire to go down in history.

Just a noticeable pleasure to have had the chance to be there, at that moment, and to be able to capture the images with no constraints revealing his gaze. He has succeeded in 'showing that which is between things, that which cannot be seen, and which resemble the music of words, and the murmuring of the streets, the state of affairs'. That is no small feat." (text: © Christian Caujolle)

"Growth and fulfilment of photographic intuition: this is it, for Claude DITYVON, this is the long-awaited moment that he has been watching for on the horizon, the event of his budding career. Over thirty, self-taught, of course, but so many books and brochures, so many films and so much music and finally, a keen sense of observation, all in the secret hope of what is now unfolding. He who so fears crowds, this introvert finds himself surrounded, surrounded by a moment which he had dare not hope for.
His mind is inventing things that he cannot put into words. A lonely photographer, he wants to create a new meaning for the word testimony. When the truncheons strike the demonstrators on Boul’Mich, he knows instinctively that Pandora’s box has opened. When the sign posts are pulled out, he glimpses new destinations. The old world shatters. For him.

In his very personal account of May 68, Claude DITYVON gives a view of the events which satisfies no one. Here, there is no hero, no emblematic figure with which to make history. Even if the malicious – and there were some – fit the description, this was paid little heed by the photographer. Because in this original narration, still unrivalled in its form, it is all about the connection that is maintained between image and word. They are inseparable.

In these photographs, they scream and shout, drunk on words. A theatre of lyrical illusion, these images assure us of the singular and liberating power of speech. They overflow with words and inscriptions which, in a continuous surge of sounds and signs, believe in their own power. That which was abhorred in times bygone springs up, a noisy expression of a revolt held back for so long. The inscriptions on the walls of the Sorbonne appear for what they are, signs embodying the idea. At the impurity of the world, photography opposes the innocence and naivety of words and combat. The vague quest of this young photographer, this autodidact, the bridge between seeing and regarding others, is persistent, but clear.

The unquestionable force of these timeless images resides in the building of tension which is enduring, almost convulsive, and at times, surreal. This primary source becomes a mystery.
Here, there is no desire to recreate the spirit of past: The Commune and the Front Populaire scarcely haunt these moments. Without worry of illustrating or documenting, taking a photograph becomes a humble representation of pure desire, free from all subjection. In a few days, without patron and without any destination, a story takes shape, which has no fate but for the personal satisfaction of the photographer. At Saint-Germain-des-Prés, in this liberated territory, Claude DITYVON surveys the events alone. He has no other desire than to take photographs." (text: © François Cheval)

"Claude DITYVON schöpft eine Atmosphäre, einen Geisteszustand und ein Gefühl von Freiheit aus, das perfekt ihm passt. Er interessiert sich für die Zeichen, die Graffitis, die Aufregung, die Gesichter, die beim Austausch von Ideen eng miteinander verbunden sind von Wörtern.
Er nennt sie die 'sprechende Straße' und das Zuschauen sei nur eine andere Art zu sprechen, die ohne erkennbare Anstrengung gefunden wird, mit beispielloser Flüssigkeit, weil sie keinen einzigen Punkt hat; eine Art städtische Poesie in diesen intensiven Zusammenstößen.
DITYVON konnte nicht anders als sich von dieser enormen Sehnsucht nach Freiheit berührt zu fühlen, die seinen eigenen Träumen so nahe war.

So ist 'Mai 1968' von Claude DITYVON alles andere als ein einfacher Bericht. Es könnte beschrieben werden als eine Art Chronik, in der wahren Bedeutung des Wortes, oder ein Tagebuch, fast ein Notizbuch, als ob der Fotograf über ein beunruhigtes Paris gestolpert wäre und eine Reise durch sie gemacht hätte. Keine symbolische Bildsprache, nichts, was dazu gedacht ist, Schlagzeilen in Zeitungen von Zeitschriften zu begleiten, kein Wunsch, in die Geschichte einzugehen.

Es war nur ein merkwürdiges Vergnügen, in diesem Moment dort gewesen zu sein und die Bilder ohne Einschränkungen fotografieren zu können, die seinen Blick enthüllten. Es ist ihm gelungen, 'das zu zeigen, was zwischen den Dingen ist, das, was nicht gesehen werden kann, und das der Musik der Worte und dem Murmeln der Straßen, dem Stand der Dinge ähnelt'. Das ist keine Kleinigkeit." (Text: © Christian Caujolle)

"Wachstum und Erfüllung der fotografischen Intuition: Das ist es, für Claude DITYVON ist dies der lang ersehnte Moment, auf den er am Horizont gewartet hat, das Ereignis seiner aufstrebenden Karriere.
Älter als dreißig Jahre alt, Autodidakt, natürlich, aber so viele Bücher und Broschüren, so viele Filme und so viel Musik und schließlich ein scharfes Gefühl der Beobachtung, alles in der geheimen Hoffnung auf das, was sich jetzt entfaltet: Wer die Massen fürchtet, der wird sich von einem Augenblick umgeben umgeben sehen auf die er nicht zu hoffen gewagt hatte.

Sein Geist erfindet Dinge, die er nicht in Worte zu fassen sind. Als einsamer Fotograf möchte er dem Wort *Zeugnis' eine neue Bedeutung geben. Als auf Boul'Mich die Knüppel die Demonstranten treffen, weiß er instinktiv, dass sich die Büchse der Pandora geöffnet hat. Als die Wegweiser herausgezogen sind, sieht er neue Ziele. Die alte Welt zerbricht. Für ihn.

In seinem sehr persönlichen Bericht vom Mai 68 gibt Claude DITYVON einen Überblick über die Ereignisse, die niemanden zufrieden stellen. Hier gibt es keinen Helden, keine emblematische Figur, um die herum man Geschichte schreiben könnte. Auch wenn die Böswilligen - und da waren einige - der Beschreibung entsprachen, wurde dies vom Fotografen wenig beachtet. Denn in dieser originellen Erzählung, die in ihrer Form noch unerreicht ist, geht es um die Verbindung zwischen Bild und Wort. Sie sind untrennbar miteinander verbunden.

In diesen Fotos schreien und schreien sie, betrunken von Worten. Ein Theater der lyrischen Illusion, diese Bilder versichern uns die singuläre und befreiende Kraft der Sprache. Sie sind voll von Worten und Inschriften, die in einem fortwährenden Anschwellen von Geräuschen und Zeichen an ihre eigene Kraft glauben. Das, was in früheren Zeiten verabscheut wurde, entspringt, ein lauter Ausdruck einer so lange zurückgehaltenen Revolte.
Die Inschriften an den Wänden der Sorbonne stehen für das, was sie sind, Zeichen, die die Idee verkörpern. Bei der Unreinheit der Welt steht die Fotografie der Unschuld und Naivität der Worte und des Kampfes gegenüber. Die vage Suche dieses jungen Fotografen, dieses Autodidakten, die Brücke zwischen dem Sehen und dem Betrachten anderer, ist hartnäckig, aber klar.

Die unbestreitbare Kraft dieser zeitlosen Bilder liegt im Aufbau von Spannung, die ausdauernd, fast krampfhaft und manchmal surreal ist. Diese primäre Quelle wird zu einem Mysterium. Hier will man den Geist der Vergangenheit nicht neu erschaffen: Die Kommune und Front Populaire verfolgen diese Momente kaum.
Ohne sich Sorgen zu machen, zu illustrieren oder zu dokumentieren, wird das Fotografieren zu einer bescheidenen Darstellung reinen Verlangens, frei von jeglicher Unterwerfung. In wenigen Tagen, ohne Schirmherr und ohne Ziel, entsteht eine Geschichte, die kein Schicksal hat, sondern zur persönlichen Befriedigung des Fotografen. In Saint-Germain-des-Prés, in diesem befreiten Gebiet, überblickt Claude DITYVON die Ereignisse allein.
Er hat keinen anderen Wunsch, als Fotos zu machen." (Text: © François Cheval)