Wilhelm SCHÜRMANN

Das nötig

Gebundene Ausgabe ohne Schutzumschlag (wie
erschienen), 33,5 x 26 x 1,5 cm., 120 S., 93 S/W-Abb., deutsch-sprachiger Text - GERMAN TEXT OONLY!.
Edition Travers 1990.
ISBN n.a.

nicht verfügbar

 

Prof. Christoph Schaden ging bei seiner, anlässlich des 60. Geburtstags von Wilhelm SCHÜRMANN im Jahr 2006 erschienenen Würdigung kurz auf diese fulminante Publikation ein:
'Es war vielleicht auch ein genuin alchemistisches Interesse, das ihn zur Fotografie gebracht hat. Wilhelm Schürmann führten die ersten fotografischen Gehversuche an den äußersten Westen Deutschlands, wo der Autodidakt bis heute verortet ist. Die tristen Dörfer des Lütticher und Aachener Umlandes bilden die Motive seiner frühen Schwarzweißarbeiten.
Sie sind bis heute im klassischen Sinne Gegenbilder geblieben, deren öder 70er-Jahre-Charme in den Vereinigten Staaten und auch in Berlin gerade wiederentdeckt wird. SCHÜRMANNs ereignislose Bildpoesie hatte sich damals den Weg durch die noch wenigen Kulturinstitutionen ebnen müssen, denen die Fotografie vorbehalten war.

Eine erste größere Plattform bot ihm 1977 die Hannoveraner Galerie Spectrum, die ihn neben Robert HÄUSSER, Werner MANTZ und Floris M. NEUSÜSS zeigte.
Zwei Jahre später reihte ihn Klaus Honnef in Bonn für sein Ausstellungsprojekt 'In Deutschland' zu den bedeutenden Autorenfotografen des Landes und bescheinigte ihm 'eine Art Road-Fotografie', die er mit viel Eigensinn betreibe.

Aus diesem Eigensinn heraus entstanden Jahre später einige der besten Fotobände. 1993 erschien der Fotoband 'Pegel Köln', ein Städteband, der in Anlehnung an CHARGESHEIMER ein weitgehend klischeebefreites Bild der Rheinstadt entwarf, und drei Jahre zuvor der exzellente großformatige Bildband 'das nötig' in der belgischen Edition Travers, ein sensibler Dekadenblick auf die 80er Jahre.
Schon der merkwürdige Titel, der in Kurt-Schwitters-Manier ein Textfragment der Werbung verarbeitet hat, ließ deutlich anmerken, dass SCHÜRMANN die Alchemie des Fotografierens wohl nicht mehr genügte. Ein Endpunkt war erreicht, aber im Versuchslabor der Bilder gab es ja noch ganz andere Möglichkeiten.

'Ich mache Fotos und ich nehme Fotos!', hieß SCHÜRMANNs unverhohlene Aneignungsattacke auf das Medium. 1974 eröffnete er gemeinsam mit Rudolf Kicken die Galerie 'Lichttropfen' in Aachen.
Damals war die Fotografie ein noch unbestelltes Feld, es galt, Trüffelschweinen gleich die brachliegenden Kostbarkeiten auszugraben. Über ein halbes Jahrzehnt leisteten 'Kicken & Schürmann' Pionierarbeit und zeigten internationale Größen wie André GELPKE, Josef SUDEK, Jaromír FUNKE, Albert RENGER-PATZSCH und UMBO.

Als Galeriebesitzer war SCHÜRMANN clever genug, zeitgleich eine hochkarätige Sammlung tschechischer Fotografie der 20er und 30er Jahre zusammenzutragen." (© Christoph Schaden, Quelle: https://www.christophschaden.de/de/schreiben/ehren/wilhelm-schuermann/wilhelm-schuermann).