CHARGESHEIMER, Heinrich Böll (text, ed.)

Unter Krahnenbäumen

Erstausgabe, Gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag,
etwa 21 x 24 x 1,5 cm., 100 S., S/W-Abb., deutsch-sprachiger Text - GERMAN TEXT ONLY!.
Greven 1958.
ISBN n.a.

nicht verfügbar

 

"The photo book 'Unter Krahnenbäumen', first published in 1958, was the first book of CHARGESHEIMER, for which Heinrich Böll wrote the text, followed by 'Im Ruhrgebiet' (1958) and 'Menschen am Rhein' (1960).

'Unter Krahnenbäumem' is the name of a street in Cologne; today - i.a. divided by the North-South trip from the 60s - there is hardly any reference to the book. The more 'true' Cologneers are raving about, CHARGESHEIMER has impressively documented the living situation in the 1950s in atmospheric pictures.

In 1958 'Die Welt' wrote: 'We have never seen such a photo book. He meets us as a pure truth meets us.'" © Richard G. SPORLEDER)

"Der Fotoband 'Unter Krahnenbäumen' (kurz: UKB) zählt zu den Klassikern der Fotobuchgeschichte. Der legendäre Fotograf Karl-Heinz Hargesheimer - besser bekannt als CHARGESHEIMER - dokumentierte hier fotografisch seine Heimatstadt Köln.

'Unter Krahnenbäumem' heißt eine Straße in Köln; heute - u.a. durch die Nord-Süd-Fahrt aus den 60er Jahren - zerteilt, findet sich kaum noch ein Bezug zum Buch. Um so mehr geraten 'echte' Kölner ins Schwärmen, hat CHARGESHEIMER doch in beeindruckender Art und Weise die Wohnsituation in den 1950er Jahren in stimmungsvollen Bildern dokumentiert.

1958 schrieb die Wochenzeitung 'Die Welt': 'Wir haben einen solchen Fotoband noch nie gesehen. Er trifft uns, wie eine reine Wahrheit uns trifft'.

1957 war als Auftragsarbeit bereits das Buch 'Cologne Intime' entstanden.
Zusammen mit Heinrich Böll folgten noch weitere Fotobände, wie 'Im Ruhrgebiet' (1958) und 'Menschen am Rhein' (1960).

In seinen letzten Werken, Bildbänden über Hannover und Köln (1970), zeichnet sich ein neuer Bildstil ab, der seine Wurzeln in der Neuen Sachlichkeit hat, demgegenüber in der Wahl der Standorte und Überzeichnung der Perspektiven auch deutlich kritisches Potenzial enthält. Diese Eigenart, verbunden mit einem gegen den Zeittrend gerichteten Festhalten am Schwarzweißmodus, kann als neue Stilstufe, aber wohl auch als Zeichen einer aufkeimenden Depression gedeutet werden.
Am Jahresende 1971 schied CHARGESHEIMER freiwillig aus dem Leben.

Über den Fotografen, CHARGESHEIMER (1924-1971):
CHARGESHEIMER gilt als eine zentrale Fotografen-Persönlichkeit Kölns nach dem Zweiten Weltkrieg. Aber ihn nur als Fotografen einzuordnen, greift zu kurz. Er selbst sah sich vielmehr als Künstler und war in diesem Sinne auf vielen Feldern aktiv.
CHARGESHEIMER malte, schuf Skulpturen und entwarf Bühnenbilder, aber die fotografische Arbeit zieht sich wie ein roter Faden durch sein Lebenswerk.

Eine reguläre Ausbildung hatte er nicht absolviert, sondern einige Semester in der Fotoklasse der Kölner Werkschulen und an der Bayrischen Staatslehranstalt für Lichtbildwesen verbracht. In diesen Jahren beschäftigte er sich mit Lichtgrafiken und arbeitete als Bühnenfotograf.
 
Seit Beginn der 1950er Jahre übernahm er auch diverse Fotoaufträge für die Werbung, eine Sparte, die er bis 1955 auch als Dozent an der Bi-Kla-Schule in Düsseldorf unterrichtete. Es folgten Ausstellungen, in denen sich ein neuer Themenschwerpunkt, die Personenfotografie, abzuzeichnen begann, der sich schließlich in einer dichten Folge von Bildbänden niederschlug.

Seine umfangreiche fotografische Hinterlassenschaft wurde 1978 vom Museum Ludwig erworben. Sie besteht aus einem großen Konvolut von Abzügen, die einzelnen Buchprojekten zugeordnet werden können, sowie aus dem Negativarchiv mit veröffentlichtem und unveröffentlichtem Bildmaterial. Die Negative wurden uns zur fachgerechten Pflege und Aufarbeitung vor wenigen Jahren übergeben.
Der Vergleich von Negativen und Positiven zeigt eine große gestalterische Spannweite und ist auf Eingriffe des Fotografen bei der Herstellung und Entwicklung der Prints zurückzuführen.

Fast immer hat CHARGESHEIMER Ausschnitte angefertigt und vorhandene Kontraste vertieft, um den Ausdruck zu intensivieren. Für die Bewertung des Werkes wird es daher immer wichtig sein, Negative und Positive sowie ausgewählte und verworfene Motive einander gegenüber zu stellen.
Nur so kann die konzeptionelle, bildnerische und technische Breite des Schaffens erfasst und die Erforschung von CHARGESHEIMERs Werk auf einer sachlichen Ebene durchgeführt werden." (© Roswitha Neu-Kock, in: Purpus, Elke: Die Kunst- und Museumsbibliothek der Stadt Köln. Die Geschichte der Bibliothek und des Fotoarchivs. Mit Beiträgen von Roswitha Neu-Kock - Schriftenreihe der Kunst- und Museumsbibliothek Bd. 2. Essen, Klartext-Verlag 2007)