Paul ALMÁSY, Klaus Kleinschmidt (Ed.)

Zaungast der Zeitgeschichte


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"Paul ALMÁSY besuchte Eisenhower, Nehru, Chruschtschow, de Gaulle, Evita Peron, Mussolini oder den Rezah Schah, fotografierte MAN RAY in dessen Atelier, Alberto Giacometti in dessen Stammcafé und Yves Saint Laurent beim Zeichnen.

Doch sein Augenmerk und Herzblut galt den Allerweltsbegebenheiten und dem alltäglichen Menschsein rund um den Globus.
Für seine berühmten Reportagen durchquerte er die Sahara, begleitete Goldsucher in Bolivien, studierte Leben und Tradition der Sinti und Roma in Osteuropa berichtete über die Kolchosen der UdSSR, bereiste Sri Lanka, Kuweit und Indonesien - laut eigener Aussage fehlte ihm als letzter Staat allein die Mongolei.

Entstanden ist ein hochgradig ästhetisches Œuvre, dessen Feinheit und Stil darauf beruht, dass ALMÁSY sich stets weigerte das Gewollte, absichtsvoll Schöne einzufangen.
Seine Fotos sind diskrete Offenbarungen weit über den Bildrand hinaus. ALMÁSY ist dabei, wenn sich in der Elfenbeinküste ein Stamm um den sterbenden Häuptling versammelt, hat in Santiago de Chile einen Verkäufer von Kindersärgen getroffen, in einem Hongkonger Gefängnis der 'Behandlung' Drogenabhängiger beigewohnt und ist auf einem Markt im Benin auf allerlei Fetische und Arzneien gestoßen.

Seine Fotos umfassen alle menschlichen Regungen und Stimmungen - es ist sein 'Archiv der Welt'." (Verlagstext, © Benteli, 1998)

Über den Fotografen, Paul ALMÁSY (1906-2003):
Paul ALMÁSY war ein französischer Fotojournalist ungarischer Herkunft, der hauptsächlich in Paris lebte und in einer über 50-jährigen Karriere weltweit als Fotojournalist tätig war.
Paul ALMÁSY wurde in Budapest geboren und wuchs dort auf. Im Alter von 17 Jahren verließ er Ungarn und studierte von 1924 bis 1928 in Wien, München und Heidelberg politische Wissenschaften. Er wurde Journalist und verfasste von 1929 bis 1931 für die deutsche Presseagentur Wehr erste Reportagen aus Rom.

Um seine Artikel zu illustrieren, fertigte er 1935 im Rahmen einer Südamerikareise die ersten Fotografien an. In den folgenden Jahren schlossen sich zahllose Reportagen aus allen Erdteilen an: so durchquerte ALMÁSY 1936 für die 'Berliner Illustrirte Zeitung' im Auto die Sahara und unternahm Ende der 1930er Jahre mehrere Afrikareisen.
Während des Zweiten Weltkriegs schuf er für die Schweizer Presse zwischen 1940 und 1943 Reportagen aus Frankreich, Belgien und den Niederlanden. Nach dem Krieg wurde Paris der Mittelpunkt seines weiterhin von Reisen geprägtes Lebens, zum Beispiel reiste er 1950 nach Indochina. Ab 1952 war ALMÁSY im Auftrag von UN-Institutionen wie UNICEF, WHO und UNESCO tätig, für die er als akkreditierter Mitarbeiter Reisen unternahm.
1956 nahm ALMÁSY die französische Staatsbürgerschaft an.

Von 1972 bis 1989 hatte er in Paris an der Sorbonne und am Centre de Perfectionnement des Journalistes Professuren inne. 1993 wurde ALMÁSY zum Ritter des Ordens Pour le Mérite ernannt. 2003 starb er 97-jährig auf seinem Anwesen in Jouars-Pontchartrain in der Nähe von Paris. Sein Nachlass enthält rund 120.000 Negative.